Drehtag-Planer

Passt der Drehtag wirklich?

Setups eintragen, Motivwechsel dazu, Call setzen. Der Planer legt den Tag minutengenau aus, setzt die Mittagspause dorthin, wo das Gesetz sie verlangt, und sagt dir, wann Drehschluss ist — oder dass ein zweiter Tag fällig wird.

Beispiel: Imagefilm mit zwei Motiven, Crew-Call 08:00 Uhr — Drehschluss um 16:20 Uhr, 7 h 50 min Arbeitszeit mit 30 min Mittag. Ein Motivwechsel kostet 1 h 25 min. Die Liste unten auf den eigenen Tag umbauen.
Schnellstart aus Drehbuch oder Format
Was wird gedreht?
Faustregeln, keine Drehbuchauflösung: Spot 2,5 s je Einstellung und 2 Einstellungen je Setup; Interview + 3 B-Roll-Setups; Fiktion 3,5 Setups je Seite; Social 3 Setups je Clip.
Abbauen, verladen, ausladen, aufbauen — zusätzlich zur Fahrt.
  • INT
  • EXT
  • Motivwechsel
  • Mittag
  • Rüsten / Abbau
  • goldene Stunde
  • über 10 h
  • über 12 h
Drehschluss (Tag 1)
16:20
Längster Arbeitstag
7 h 50 min
Drehtage
1
Reine Drehzeit
5 h 10 min
Für Motivwechsel
1 h 25 min
Setups je Tag
8
Überstunden (> 10 h)
—
Setup / SzeneArtINT/EXTMinBeginn

Die Minuten je Zeile enthalten Umleuchten und Umbau für das nächste Setup. Beim Motivwechsel nur die reine Fahrzeit eintragen — die Pauschale je Wechsel kommt automatisch dazu.

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Was der Planer beantwortet

Eine Shotlist sagt, was gedreht werden soll. Sie sagt nicht, wann der Tag endet. Der Planer macht aus der Liste eine Zeitleiste: Crew-Call, Rüsten, jedes Setup in Reihenfolge, Fahrt und Neuaufbau bei jedem Motivwechsel, Mittag, Abbau. Daraus ergeben sich Drehschluss, die Arbeitszeit, die du der Crew abverlangst, die Minuten, die in Motivwechseln verschwinden — und die Stelle, an der die Liste nicht mehr in einen Tag passt.

Mit Ort und Datum kommen Sonnenuntergang und goldene Stunde auf dieselbe Zeitleiste. Ein Außenmotiv, das nach Sonnenuntergang noch läuft, wird in der Liste und im Diagramm rot markiert — solange es sich noch verschieben lässt.

So wird der Tag gerechnet

Der Tag beginnt mit dem Crew-Call und einem Rüstblock (Vorgabe 45 Minuten, bis das erste Setup steht) und endet mit dem Abbau (Vorgabe 30 Minuten). Dazwischen laufen die Setups in der Reihenfolge der Liste. Die Minuten je Zeile sind Setup-Zeit einschließlich Umleuchten für das nächste — nicht die Länge der Einstellung.

Ein Motivwechsel kostet mehr als die Fahrt. Abbauen, verladen, ausladen und neu aufbauen brauchen bei einem kleinen Corporate- oder Werbeteam mit einer Kamera und Lichtpaket erfahrungsgemäß rund eine Stunde — das ist die Vorgabe-Pauschale, die zur eingetragenen Fahrzeit dazukommt. Mit vollem Lichtwagen besser 90 Minuten oder mehr ansetzen.

Die Mittagspause folgt § 4 ArbZG: Niemand arbeitet länger als sechs Stunden ohne Pause; sie dauert 30 Minuten bei mehr als sechs Stunden Arbeit und 45 Minuten bei mehr als neun. Der Planer setzt sie vor das Setup, das die Sechs-Stunden-Marke überschreiten würde. Passt ein Setup nicht mehr in den Zielarbeitstag (Vorgabe 10 Stunden, Abbau eingerechnet), wandert es mit derselben Call-Zeit auf Tag 2.

Arbeitszeit = Drehschluss − Crew-Call − Pause Motivwechsel = Fahrt + Pauschale (Vorgabe 60 min) Pause = 30 min ab 6 h Arbeit, 45 min ab 9 h (§ 4 ArbZG) Überstunden = Arbeitszeit über 10 h · Höchstgrenze TV FFS 12 h

Wo der Planer irrt

  • Die Minuten sind deine. Die Vorgaben je Art (Insert 10, einfaches Setup 25, Interview 30, Walk-and-Talk 35, Dialogszene 45, aufwendiges Setup 75 Minuten) sind Faustwerte für ein eingespieltes Ein-Kamera-Team. Eine Regie beim ersten Dreh, ein Kind am Set oder ein Car-Rig verdoppeln sie schnell.
  • Keine Maske- und Kostümspur. Braucht die Darstellerin 90 Minuten in der Maske vor dem ersten Setup, den Rüstblock erhöhen oder den Call verschieben — der Planer bildet keine parallelen Gewerke ab.
  • Die Anfahrt zum ersten Motiv zählt hier nicht als Arbeitszeit. Trifft sich die Crew im Büro und fährt gemeinsam raus, die Fahrt als Motivwechsel an den Anfang der Liste setzen.
  • Die Drehbuch-Schätzung ist ein Startpunkt. Der Schnellstart rechnet mit Mittelwerten — 2,5 Sekunden je Einstellung im Spot, 3,5 Setups je Drehbuchseite. Die erzeugten Zeilen durch die echte Auflösung ersetzen, sobald sie vorliegt.
  • Außerhalb Deutschlands gelten andere Regeln. Pause und Überstunden-Markierung folgen ArbZG und TV FFS. Britische und US-Crews arbeiten unter eigenen Tarifverträgen; dafür den Ruhezeit-Check nutzen.

Aus dem Drehplan

Zwölf Setups à 30 Minuten, Crew-Call 07:00 Uhr, ein Motiv: Drehschluss um 14:45 Uhr nach 7 h 15 min Arbeit. Dieselben zwölf Setups verteilt auf vier Motive — drei Motivwechsel mit je 20 Minuten Fahrt — und sonst ändert sich nichts: Die Wechsel kosten vier Stunden, Drehschluss ist jetzt um 19:00 Uhr nach 11 h 15 min Arbeit, davon 75 Minuten Überstunden.

Bei 10 Stunden Zielarbeitstag schneidet der Planer die Liste nach dem neunten Setup: Tag 1 endet um 17:30 Uhr, drei Setups gehen auf einen zweiten Tag. Genau dieses Gespräch gehört vor das Angebot an den Kunden — weniger Motive oder ein weiterer Drehtag, nicht eine Crew, die es um 18 Uhr merkt.

Häufige Fragen

Wie viele Setups schafft man an einem Drehtag?

Mit einem Ein-Kamera-Team bei Werbung oder Corporate sind 10 bis 16 Setups an einem 10-Stunden-Tag üblich; im szenischen Dialog schafft ein erfahrenes Team oft 20 bis 30. Jeder Motivwechsel kostet davon grob zwei Setups.

Wie lange dauert ein Motivwechsel?

Die Fahrt plus rund eine Stunde für Abbauen, Verladen, Ausladen und Neuaufbau bei kleinem Team. Mit Lichtwagen, Bühne und eingerichtetem Motiv sind es oft 90 bis 120 Minuten.

Wann muss die Mittagspause liegen?

Nach § 4 ArbZG spätestens nach sechs Stunden Arbeit, mindestens 30 Minuten — 45 Minuten, wenn der Tag über neun Stunden geht. Die Pause darf in Blöcke von mindestens 15 Minuten geteilt werden.

Wie lang darf ein Drehtag in Deutschland sein?

Das Arbeitszeitgesetz erlaubt 8 Stunden, verlängerbar auf 10. Der Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende (TV FFS, Fassung 2024, gültig seit Mai 2025) begrenzt den Tag auf 12 Stunden, mit Zuschlägen ab der elften.

Kann ich die Zahl der Drehtage aus dem Drehbuch schätzen?

Grob ja: im Schnellstart „Fiktion“ wählen und die Seitenzahl eintragen. Mit 3,5 Setups je Seite und 35 Minuten je Setup zeigt der Planer, wie viele Tage das ergibt. Eine Größenordnung — bis das Buch Szene für Szene aufgelöst ist.