Ruhezeit-Check

Hält deine Drehwoche die Ruhezeiten?

Für jeden Drehtag Call und Drehschluss eintragen. Das Werkzeug prüft jede Nacht gegen das geltende Regelwerk, zeigt bei zu kurzen Nächten den frühesten zulässigen Call und rechnet die Woche zusammen.

Für jeden Drehtag Call und Drehschluss eintragen. Das Werkzeug prüft jede Nacht gegen die gewählte Ruhezeit-Regel und zeigt den frühesten zulässigen Call am nächsten Morgen.

Drehtage
Drehschluss vor dem Call heißt: nach Mitternacht.
Nächte unter der Regel
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Knappste Ruhezeit
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Arbeitszeit Woche
—
Längster Tag
—
Mehrarbeit mit 25 %
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Mehrarbeit mit 50 %
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Nachtarbeit (22–6)
—
Wochenendruhe
—
  • Arbeitszeit
  • über Tageshöchstarbeitszeit
  • frühester zulässiger Call
  • Nacht (22–6)
TagArbeitszeitRuhe davor / PflichtFrühester Call

Keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der Vertrag, der Tarifvertrag und die Arbeitszeiterfassung des Arbeitgebers.

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Was das Werkzeug beantwortet

Die Ruhezeit ist die Spanne zwischen Drehschluss und dem Call am nächsten Tag. Ein einziger Überzug am Mittwoch kann den Call am Donnerstag unzulässig machen — und die Disposition für Donnerstag geht meist raus, bevor jemand nachgerechnet hat. Das Werkzeug prüft die ganze Woche auf einmal: jede Nacht gegen die Regel, jeden Tag gegen die Tageshöchstarbeitszeit, die Woche gegen die Wochengrenze, dazu Mehrarbeit mit Zuschlag, Nachtstunden und die Wochenendruhe bis zum nächsten Montag.

Wähle das Regelwerk, das für die Crew-Verträge gilt. In Deutschland ist das meist der Tarifvertrag TV FFS; ohne ihn gilt nur das Arbeitszeitgesetz, das bei der Länge eines Drehtags deutlich strenger ist. Österreich hat den Kollektivvertrag für Filmschaffende, das Vereinigte Königreich die Working Time Regulations mit den Pact/Bectu-Vereinbarungen obendrauf, die USA die IATSE-Verträge — hier nur zur Orientierung, weil lokale Verträge abweichen.

Die Regeln, mit Fundstelle

  • Deutschland, TV FFS (12. Oktober 2024). Zwischen zwei Arbeitstagen mindestens 11 Stunden Ruhe; nach einem Tag mit begonnener 12. Stunde mindestens 11,5 Stunden (Tz 5.9.1). Höchstens 12 Stunden am Tag und 60 in der Woche (Tz 5.2.5). Die Wochengage deckt bis zu 50 Stunden ab (Tz 5.3.1). Zuschläge: die 11. Tagesstunde 25 %, jede Stunde nach der vollendeten 11. 50 % (Tz 5.4.3.2); die 51. bis 55. Wochenstunde 25 %, danach 50 %, Arbeit am 6. und 7. Tag zählt wie Wochenmehrarbeit (Tz 5.4.3.3–5.4.3.4). Pausen bis 45 Minuten sind keine Arbeitszeit (Tz 5.8.2). Nachtarbeit ist 22 bis 6 Uhr (Tz 5.5.1). Mindestens zwei Wochenenden je Beschäftigungsmonat müssen 48 plus 11 Stunden frei lassen (Tz 5.9.4).
  • Deutschland, nur Arbeitszeitgesetz. 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Der Arbeitstag hat 8 Stunden und darf auf 10 verlängert werden, wenn im Schnitt von sechs Monaten 8 herauskommen (§ 3). Die Verkürzung um eine Stunde nach § 5 Abs. 2 gilt für Bereiche wie Rundfunk, Krankenhäuser und Gastronomie — Filmproduktion steht nicht auf der Liste.
  • Österreich, KV Filmschaffende. Tägliche Ruhezeit 11 Stunden (§ 5 Abs. 8). Bei Produktionsverträgen bis zu 12 Stunden am Tag, wenn regelmäßig Arbeitsbereitschaft anfällt, und höchstens 60 in der Woche (§ 7 Abs. 2). Überstunden über die Normalarbeitszeit: die ersten zwei mit 50 %, danach 100 % (§ 9 Abs. 4); Nachtarbeit 22 bis 6 Uhr mit 50 % (§ 11).
  • Vereinigtes Königreich. 11 zusammenhängende Stunden Ruhe je 24 Stunden (Working Time Regulations 1998, reg. 10) und 24 Stunden je 7 Tage (reg. 11). Film und Fernsehen sind kein Sonderfall, der den Anspruch aufhebt. Die Pact/Bectu-Vereinbarungen erlauben szenischen Produktionen, einen „broken turnaround“ stattdessen mit einer Strafzahlung abzugelten; beide Seiten wollen ihn abschaffen.
  • USA, IATSE. Die meisten Gewerke im Basic Agreement haben 10 Stunden zwischen zwei Schichten und 54 Stunden Wochenendruhe bei einer Fünf-Tage-Woche (32 Stunden bei sechs Tagen), vereinbart 2021; Unterschreitungen lösen eine Strafzahlung aus. Andere Locals und Gebiete haben andere Regeln — das Werkzeug nimmt diese Zahlen als Orientierung, nicht als Urteil.

So rechnen wir

Die Arbeitszeit läuft vom Call bis zum Drehschluss, abzüglich der eingetragenen unbezahlten Pause (beim TV FFS höchstens 45 Minuten). Ein Drehschluss vor dem Call gilt als nach Mitternacht. Ruhezeit ist die Spanne zwischen einem Drehschluss und dem nächsten Call; der früheste zulässige Call ist der vorige Drehschluss plus die Pflicht-Ruhezeit. Nächte, die weniger als eine Stunde über dem Minimum liegen, erscheinen gelb — ein Überzug, und sie werden rot.

Mehrarbeit folgt den Zuschlagsregeln des gewählten Regelwerks und zählt jede angefangene Stunde, wie es der TV FFS tut. Beim reinen Arbeitszeitgesetz zeigt das Werkzeug stattdessen die Stunden über 8, die später ausgeglichen werden müssen.

Arbeitszeit = Drehschluss − Call − unbezahlte Pause Ruhezeit = Call (Tag n) − Drehschluss (Tag n−1) frühester Call = Drehschluss (Tag n−1) + Pflicht-Ruhezeit TV FFS: Pflicht-Ruhe = 11 h, bzw. 11,5 h nach einem Tag mit mehr als 11 h

Wo das Werkzeug irrt

  • Dein Vertrag kann abweichen. Einzelverträge, Betriebsvereinbarungen und verminderte Wochengagen (TV FFS Tz 5.3.3) ändern die Mehrarbeitsregeln. Die Ruhezeiten selbst sind Mindestwerte, die niemand wegverhandeln kann.
  • Fahrten und Vorbereitung. Angeordnete Dienstfahrten sind beim TV FFS Arbeitszeit (Tz 5.2.2). Ist der Call am Motiv, die Crew fährt aber eine Stunde früher an der Basis los, die frühere Zeit eintragen.
  • Zeitumstellung. Das Werkzeug rechnet in Uhrzeit. In der Nacht der Umstellung ist die echte Ruhezeit eine Stunde länger oder kürzer als angezeigt.
  • Gewerke. Eine Woche, ein Satz Zeiten. Bühne, Licht und Maske fangen oft früher an oder hören später auf; das Gewerk mit dem frühesten Call und dem spätesten Schluss einzeln prüfen.

Aus einer Drehwoche

Eine Woche nach TV FFS ab Montag, 2. November 2026, 45 Minuten Mittag: Montag 07:00–19:00, Dienstag 07:00–19:30, Mittwoch 07:00–20:00, Donnerstag 07:00–19:00, dann ein Nachtdreh am Freitag 14:00–02:00. Auf dem Papier hat jede Nacht mindestens 11 Stunden.

Das Werkzeug markiert zwei Dinge. Der Mittwoch kommt auf 12 h 15 min Arbeitszeit — über der Höchstarbeitszeit von 12 Stunden. Und weil der Mittwoch über die 11. Stunde lief, muss die folgende Ruhezeit 11,5 Stunden betragen: Der Call um 07:00 am Donnerstag lässt nur 11, frühestens zulässig ist 07:30. Die Woche summiert sich auf 57 h 45 min, davon 5 Stunden mit 25 % und 6 Stunden mit 50 % Zuschlag, 4 Stunden Nachtarbeit und 53 Stunden Wochenendruhe vor einem Call am Montag um 07:00 — weniger als die 59 Stunden, die Tz 5.9.4 für zwei Wochenenden im Monat verlangt. Das letzte Setup vom Mittwoch auf den Freitag zu legen, löst alle drei Punkte.

Häufige Fragen

Was ist ein „broken turnaround“?

Ein Call, der kommt, bevor seit dem letzten Drehschluss die Pflicht-Ruhezeit vergangen ist. In Deutschland und Österreich heißt das weniger als 11 Stunden (11,5 nach einem TV-FFS-Tag mit begonnener 12. Stunde), im Vereinigten Königreich weniger als 11, in den meisten IATSE-Verträgen weniger als 10.

Darf die 11-Stunden-Ruhezeit beim Film verkürzt werden?

Nach dem Arbeitszeitgesetz nicht: Die Verkürzung um eine Stunde in § 5 Abs. 2 gilt für Bereiche wie Rundfunk und Krankenhäuser, nicht für Filmproduktion, und der TV FFS setzt 11 Stunden als Untergrenze. Im Vereinigten Königreich können Produktionen nach Pact/Bectu eine Strafzahlung leisten, der gesetzliche Anspruch bleibt aber bestehen.

Zählt die Mittagspause zur Arbeitszeit?

Beim TV FFS zählen Pausen bis 45 Minuten nicht, was darüber hinausgeht schon. Im Werkzeug den unbezahlten Teil der Pause eintragen — er verkürzt die Arbeitszeit, nicht die Ruhezeit.

Wie lang darf ein Drehtag in Deutschland sein?

Nach TV FFS 12 Stunden Arbeitszeit und 60 Stunden in der Woche. Ohne Tarifvertrag nur 8 Stunden, mit Ausgleich bis zu 10.

Was gilt, wenn ein Nachtdreh über Mitternacht geht?

Einen Drehschluss vor dem Call eintragen; das Werkzeug liest ihn als nächsten Morgen. Nach TV FFS beginnt kein neuer Arbeitstag, wenn die Arbeit um 4 Uhr beendet ist (Tz 5.2.4).