Belichtung & ND

Welcher ND hält deine Blende in diesem Licht?

Licht, ISO, gewünschte Blende und Shutterwinkel eintragen. Du bekommst die ND-Dichte, die nächste Kombination aus Koffer und internem ND, einen Flimmer-Check — und was du stattdessen ändern könntest.

Volle Sonne (EV 15) mit ISO 800, T2.8 und 180° bei 25 fps (1/50 s) ist 9,4 Blenden zu hell: Du brauchst ND 2,8 — mit einem Koffer von 0.3 bis 2.1 ND 0,6 + ND 2,1.
Licht aus
Netzfrequenz
Filterkoffer (max. 2 gestapelt)

Oben: wie viele Blenden das Licht verlieren muss. Unten: was interner ND (blau) und Filter (grün) wegnehmen.

Szene
—
Blenden zu hell
—
ND nötig
—
Beste Kombination
—
Rest (Blenden)
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Durchgelassenes Licht
—
Belichtungszeit
—
Flimmer-Check
—

Gleiche Belichtung, anderer Look

BlendeShutterISONDWas es bewirkt

Bei hohen Dichten lässt einfaches ND-Glas Tiefrot und Infrarot durch, das der Sensor noch sieht: Schwarz kippt ins Magenta-Braune, Grün wird matschig. Für hohe Dichten IRND-Filter nehmen. Variable NDs sind zwei Polfilter — nahe der Maximaldichte zeigen sie auf weiten Einstellungen ein dunkles X.

Filterkoffer auf die Equipmentliste

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Was das Werkzeug beantwortet

Eine Einstellung, die bei T2 mit 180° Shutter gestaltet ist, hat eine feste Belichtung. Draußen entscheidet die Sonne, wie viel Licht ankommt, und der ND ist das einzige Glied der Kette, das das Bild nicht verändert. Das Werkzeug rechnet aus, wie viele Blenden weg müssen, welche Filter aus deinem Koffer am nächsten kommen und was für die Blende übrig bleibt.

Die Blendenleiter zeigt die Lücke und das Glas, das sie schließt — interner ND blau, Filter grün. Darunter dieselbe Belichtung in anderen Kombinationen: eine Blende tiefer, ein engerer Shutter, eine andere ISO — jeweils mit dem ND, den sie bräuchten. So lässt sich am Drehtag entscheiden, ob der Look oder der Filterwechsel billiger ist.

So rechnen wir

Licht wird als Lichtwert bei ISO 100 ausgedrückt (EV100). Eine Kameraeinstellung braucht EV100 = log2(N² ÷ t) − log2(ISO ÷ 100), mit N als Blende und t als Belichtungszeit. Um die Differenz zum Lichtwert der Szene ist das Bild zu hell, in Blenden. Jede 0,3 optische Dichte nimmt eine Blende weg, weil 10−0,3 ≈ ½.

Die Belichtungszeit folgt aus Bildrate und Shutterwinkel: t = Winkel ÷ 360 ÷ fps, also 1/50 s bei 180° und 25 fps, 1/48 s bei 24 fps. Die Lichtsituationen stammen aus der üblichen EV100-Tabelle für Frontlicht, etwa zwei Stunden nach Sonnenaufgang bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang; Seitenlicht kostet rund eine Blende, Gegenlicht zwei. Eine Messung mit dem Belichtungsmesser wird genauso umgerechnet.

Für den Filterkoffer probiert das Werkzeug jede Kombination aus bis zu zwei Filtern und jeder Stellung des internen ND und nimmt die, die dem Bedarf am nächsten kommt — bei Gleichstand die mit weniger Glas. Der Rest wird zur Blendenkorrektur: N × 2^(Rest ÷ 2).

EV100 nötig = log2(N² ÷ t) − log2(ISO ÷ 100) zu hell = EV100 Szene − EV100 nötig (Blenden) ND-Dichte = Blenden × 0,3 Transmission = 2^−Blenden t = Shutterwinkel ÷ 360 ÷ fps

Wo das Werkzeug irrt

  • Die EV-Tabelle ist ein Startwert. Licht am echten Motiv schwankt mit Jahreszeit, Höhe und Reflexionen um eine Blende und mehr. Am Motiv messen und den Wert eintragen — das ersetzt die Tabelle vollständig.
  • T-Stop ist nicht f-Stop. Die Rechnung nimmt die eingetragene Blende als wirksame Öffnung. Cine-Objektive sind in T-Stops graviert, die den Lichtverlust schon enthalten; bei Fotoobjektiven wird das Bild bis zu eine Drittelblende dunkler, als die Blendenzahl sagt.
  • Filter sind nicht exakt ihre Zahl. Ein ND 0.9 kann ein paar Hundertstel daneben liegen, und gestapelte Filter bringen Reflexe und einen leichten Farbstich. Nach dem Aufbau eine Graukarte am Monitor prüfen.
  • Infrarot. Dichtes einfaches ND-Glas lässt einen größeren Anteil Tiefrot und Infrarot durch, den viele Sensoren noch aufzeichnen: Schwarz wird magenta-braun, Grün matschig. Das Werkzeug kennt deinen Filtertyp nicht — bei schweren Stapeln IRND-Glas nehmen.
  • Flimmern hängt an der Lampe. Der Check deckt den klassischen Fall ab: Licht, das mit doppelter Netzfrequenz pulsiert. Viele LED-Scheinwerfer haben eine eigene PWM-Frequenz, gegen die kein Shutterwinkel hilft; bei der Drehbildrate testen.

Vom Set

Ein Sommer-Außendreh in voller Sonne, Alexa 35 bei EI 800, T2.8, 25 fps und 180°: Die Szene ist 9,4 Blenden zu hell, also ND 2.8. Intern 1.8 plus extern 0.9 ergibt neun Blenden; die restlichen 0,4 Blenden gehen in die Blende, T3.2 statt T2.8. Viele ältere ND-Tabellen nennen für diese Situation sechs Blenden — am Drehtag wäre das Bild damit mehr als drei Blenden über.

Dieselbe Kamera am Strand, EV 16, T2 und 172,8° bei 24 fps, damit Practicals nicht flimmern: 11,4 Blenden. Intern 1.8 und extern 1.5 machen elf, die Blende geht auf etwa T2.3. Bei 3,3 Gesamtdichte zeigt einfaches ND genau hier Infrarot-Kontamination — der 1.5er sollte ein IRND sein, und das Grading bekommt am Rollenanfang eine Graukarte.

Häufige Fragen

Wie viele Blenden sind ND 0.9?

Drei. Jede 0,3 Dichte ist eine Blende: 0.3 = 1, 0.6 = 2, 0.9 = 3, 1.2 = 4, 1.8 = 6, 2.1 = 7 Blenden. Gestapelte Filter addieren ihre Dichte: 1.2 + 0.9 = 2.1 = 7 Blenden.

Welcher Shutterwinkel ist bei 24 fps in Europa flimmerfrei?

172,8°, also 1/50 s — das umfasst genau einen Puls einer Lampe am 50-Hz-Netz (100 Pulse pro Sekunde). 180° bei 24 fps sind 1/48 s und können bei netzbetriebenen Practicals flimmern. Bei 25 fps sind 180° bereits 1/50 s.

Warum nicht einfach abblenden statt ND?

Weil die Blende Teil des Looks ist: Von T2 auf T8 vervielfacht sich die Schärfentiefe, und der Hintergrund wird lesbar. ND ändert die Belichtung, ohne Schärfentiefe oder Bewegungsunschärfe anzufassen.

Variabler ND oder feste Filter?

Variable NDs sind schnell für Doku und Run-and-Gun. Sie bestehen aus zwei Polfiltern, zeigen nahe der Maximaldichte ein dunkles X auf weiten Einstellungen und können die Farbe verschieben. Für kontrollierte Szenen sind feste Filter oder interner ND sauberer.

Kennt das Werkzeug den internen ND meiner Kamera?

Für ARRI Alexa 35, Sony Venice und Venice 2, Sony FX6 und FX9 (variabel) und Canon C70. Für andere Kameras „nur externe Filter“ wählen und den internen ND gedanklich als Filter dazurechnen — oder uns sagen, welche Kamera fehlt.