Objektiv-Planer

Wie viel ist scharf — und wie viel ist im Bild?

Kamera, Objektiv, Blende und Distanz wählen und sehen: die Schärfentiefe maßstäblich gezeichnet, wie viel einer Person ins Bild passt und welche Brennweite die gewünschte Einstellungsgröße auf dem vorhandenen Platz liefert.

Bei 50 mm, T2.8 und 3 m auf der ARRI Alexa 35 hält die Schärfe von 2,75 m bis 3,31 m — 56 cm Spielraum. Das Bild ist in dieser Distanz 1,68 m breit, eine Halbnahe.
Von der Sensorebene (⊖-Markierung) bis zu den Augen.
Einheit
Schärfe-Maßstab
  • ausreichend scharf
  • Fokusebene
  • horizontaler Bildwinkel
Nahgrenze
—
Ferngrenze
—
Schärfentiefe
—
Davor / dahinter
—
Hyperfokaldistanz
—
Einstellungsgröße
—
ObjektivNahFernTiefeBildw. h.Größe

Objektiv und Blende in die Shotlist

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Drei Fragen, dieselben Eingaben

Die Schärfe will wissen, wie viel Spielraum die Darstellerin hat, bevor die Augen weich werden. Die Kamera will bei der Motivbesichtigung wissen, welches Objektiv eine Nahe ergibt, wenn 2,5 m hinter der Kamera die Wand kommt. Die Regie will wissen, ob das 35er auf diesem Sensor noch weit wirkt. Alle drei Antworten hängen an denselben vier Zahlen: Sensorgröße, Brennweite, Blende und Distanz.

Die Ansicht Schärfentiefe zeigt die Einstellung von oben, maßstäblich: den Bildwinkel als Keil, die Fokusebene und den Bereich, der ausreichend scharf bleibt. Darunter steht der ganze Objektivsatz bei deiner Blende und Distanz — ein Klick auf eine Zeile wechselt das Objektiv. Bildwinkel zeigt das Bild selbst mit einer 1,80 m großen Person in Fokusdistanz, Augen auf dem oberen Drittel, und benennt die Einstellungsgröße. Welches Objektiv? rechnet von der gewünschten Größe rückwärts.

So rechnen wir

Die Schärfentiefe folgt den üblichen Formeln der dünnen Linse. Die Hyperfokaldistanz ist H = f² ÷ (N × c) + f; die Nahgrenze s(H − f) ÷ (H + s − 2f), die Ferngrenze s(H − f) ÷ (H − s) — unendlich, sobald auf H oder weiter fokussiert wird. Die Blende gilt als Blendenzahl; bei Cine-Objektiven trägst du den T-Stop ein, der meist weniger als eine Drittelblende davon abweicht.

Der Zerstreuungskreis c ist der Unschärfefleck, der noch als Punkt durchgeht. Die Kino-Konvention liegt bei etwa Sensorbreite ÷ 1000 — die klassischen 0,025 mm für Super 35 in Angénieux-Tabellen, 0,028 mm für eine Alexa 35, 0,036 mm für Vollformat. Fototabellen nehmen für Vollformat oft 0,030 mm (Diagonale ÷ 1442); deshalb sind sich Apps nicht einig. Für Projekte, die auf großer 4K-Leinwand beurteilt werden, auf streng (÷ 1500) umschalten.

Der Bildwinkel ist 2 × atan(Breite ÷ 2f), gerechnet über die Bildfläche des Ausgabeformats: ein 16:9-Bild über die volle Sensorbreite, seitlich beschnitten, wenn der Sensor nicht hoch genug ist. Einstellungsgrößen richten sich danach, wie viel einer stehenden 1,80-m-Person zu sehen ist: bis 25 cm Bildhöhe Detail, bis 45 cm Großaufnahme, bis 75 cm Nahe, bis 1,10 m Halbnahe, bis 1,60 m Amerikanische, bis 2,60 m Halbtotale, darüber Totale.

H = f² ÷ (N × c) + f Nah = s(H − f) ÷ (H + s − 2f) Fern = s(H − f) ÷ (H − s) (∞ wenn s ≥ H) Bildwinkel = 2 × atan(w ÷ 2f) Bildbreite auf s = s × w ÷ f

Wo das Werkzeug irrt

  • Schärfe ist keine Kante. Nah- und Ferngrenze markieren, wo die Unschärfe eine vereinbarte Schwelle überschreitet. Kurz davor sind Augen schon weicher als auf der Fokusebene, und auf einer 10-m-Leinwand verschiebt sich die Schwelle. Der Bereich ist der Spielraum für Fehler, nicht die Zone, die knackig aussieht.
  • Aufnahmemodi. Die Kameraliste rechnet mit der vollen aktiven Fläche jedes Sensors. Viele Kameras beschneiden für hohe Bildraten oder bestimmte Auflösungen — dann wird der Bildwinkel enger. Die aktive Fläche dieses Modus als eigene Sensorgröße eintragen.
  • Nahbereich und Makro. Die Formeln setzen voraus, dass das Motiv weit weg ist im Verhältnis zur Brennweite. Unter etwa zehn Brennweiten (0,85 m beim 85er) schönen sie die Schärfentiefe; für Inserts und Produkt-Makros am Monitor testen.
  • Anamorphoten. Ein 2×-Anamorphot staucht den horizontalen Bildwinkel: für den Bildwinkel des entzerrten Bildes die Brennweite halbieren, für die Schärfentiefe die echte Brennweite eintragen.
  • Pumpen und echte Brennweiten. Gravierte Brennweiten sind nominal, und viele Objektive ändern beim Schärfeziehen den Bildwinkel. Auf kurze Distanz kann das echte Bild einige Prozent enger oder weiter sein.

Vom Set

Ein Interview auf der Alexa 35 mit 85 mm bei T2, die Person 1,8 m entfernt: Das Bild ist etwa 59 × 33 cm groß, eine Großaufnahme, und die Schärfentiefe beträgt 4,8 cm — 2,4 cm vor den Augen, 2,4 cm dahinter. Wer sich beim Argumentieren nach vorn lehnt, ist unscharf. Bei T2.8 sind es 6,8 cm; das hält eine erfahrene Schärfe auch ohne markierten Stuhl.

Dasselbe Bild auf einer Alexa Mini LF braucht wegen des größeren Sensors rund 111 mm, und bei T2 schrumpft die Schärfentiefe auf 3,6 cm. Um den Look der Alexa 35 zurückzubekommen, blendest du auf etwa T2.8 ab — rund 0,8 Blenden für den 1,31-fach größeren Sensor. Das ist die ehrliche Fassung von „Large Format hat weniger Schärfentiefe“: nur bei gleicher Blende, und man kann es zurückkaufen.

Kamera-Seiten

Schärfentiefe-, Bildwinkel- und Hyperfokal-Tabellen für 11 Sensorgrößen, mit voreingestelltem Planer.

Häufige Fragen

Welchen Zerstreuungskreis soll ich nehmen?

Für die Planung Sensorbreite ÷ 1000 — die Kino-Konvention, mit der das Werkzeug standardmäßig rechnet (0,025 mm für klassisches Super 35). Wird der Film auf großen Leinwänden in 4K beurteilt oder willst du beim flachen Interview Reserve, auf streng (÷ 1500) umschalten.

Hängt die Schärfentiefe vom Objektivmodell ab?

Nicht, wo sie beginnt und endet — das folgt aus Brennweite, Blende, Distanz und Zerstreuungskreis. Das Objektiv bestimmt, wie die Unschärfe aussieht (Bokeh, Verlauf), und sein echter T-Stop kann bis zu einer Drittelblende von der Blendenzahl abweichen.

Wird die Fokusdistanz ab der Frontlinse gemessen?

Nein, ab der Sensorebene — der ⊖-Markierung am Kameragehäuse. Bei langer Brennweite und kurzer Distanz macht der Unterschied zur Frontlinse mehrere Zentimeter aus, mehr als die gesamte Schärfentiefe einer Großaufnahme.

Warum hat ein größerer Sensor weniger Schärfentiefe?

Weil für dasselbe Bild eine längere Brennweite nötig ist. Bei gleicher Brennweite und Blende hat der größere Sensor sogar etwas mehr Schärfentiefe; bei gleichem Bild und gleicher Blende weniger. Zum Angleichen um log2 des Größenverhältnisses zum Quadrat abblenden.

Wie finde ich das Objektiv für eine Einstellungsgröße?

„Welches Objektiv?“ öffnen, die Distanz eintragen, die zwischen Kamera und Person möglich ist, und die Größe wählen. Das Werkzeug nennt die genaue Brennweite, die nächste aus deinem Objektivsatz und wo du dich damit hinstellen musst.