Datenmengen-Planer

Wie viel Speicher braucht dieser Dreh?

Terabyte pro Tag und für den ganzen Dreh, Karten je Kamera, Laufwerke für jede Sicherungskopie — und wie lange das Sichern nach Drehschluss wirklich dauert.

Zwei Kameras (ARRI Alexa 35 in ARRIRAW, Sony FX3 in XAVC-I), 4,5 h Material am Tag an 4 Drehtagen: 26,3 TB, 78,8 TB mit drei Kopien. Das Sichern dauert etwa 4 h 17 min pro Tag.
Kopien jeder Karte
Kopien laufen parallel; das langsamste Laufwerk bestimmt das Tempo.
KameraCodecAuflösungfpsh/TagRate
    Material pro Tag
    —
    Material, ganzer Dreh
    —
    Mit allen Kopien
    —
    Laufwerke
    —
    Sichern pro Tag
    —
    Nach Drehschluss übrig
    —
    Karten und Laufwerke in die Equipmentliste

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    Was das Werkzeug beantwortet

    In der Vorbesprechung lautet die Frage selten „wie groß ist ProRes“. Sie lautet: Wie viele Karten braucht das Kamerateam, wie viele Shuttle-Platten kauft die Produktion, und geht der DIT um Mitternacht nach Hause oder um drei. Das Werkzeug rechnet das aus dem, was tatsächlich aufgezeichnet wird — jede Kamera mit eigenem Codec, eigener Auflösung, Bildrate und Materialmenge pro Tag.

    Die Grafik stapelt die Kameras Tag für Tag und zieht eine Linie, wo eine Shuttle-Platte voll ist — so sieht man, an welchem Drehtag die erste Platte an die Post geht. Darunter bekommt jede Sicherungskopie eine eigene Reihe Laufwerke. Der Reiter Ton rechnet die Rekorderseite, der Reiter Auslieferung die Dateien, die den Schnitt verlassen.

    So rechnen wir

    Drei Arten von Codecs verhalten sich unterschiedlich. ProRes, DNxHR, XAVC-I und XF-AVC speichern je Bild eine nahezu feste Menge, die Rate skaliert also exakt mit Pixelzahl und Bildrate: 50 fps sind das Doppelte von 25 fps, DCI-4K sind 6,7 % mehr als UHD. Die ProRes-Werte stammen direkt aus dem White Paper von Apple. RAW-Formate rechnen wir aus Byte je Pixel mal Pixeln des Aufnahmemodus der Kamera. Long-GOP-Codecs wie H.264 oder H.265 mit eingestellter Bitrate bleiben gleich groß, egal bei welcher Bildrate.

    Alle Größen sind dezimal, wie auf der Karte: 1 TB sind 1.000 GB. Laufwerke je Kopie enthalten 10 % Reserve. Die Offload-Zeit nutzt die dauerhafte Schreibrate des langsamsten Ziels, weil Silverstack, ShotPut Pro und Hedge alle Kopien gleichzeitig schreiben und auf das langsamste Laufwerk warten; mit Prüfsumme wird jedes Byte ein zweites Mal gelesen.

    GB pro Stunde (bildkonstant) = MB je UHD-Bild × (Pixel ÷ 8.294.400) × fps × 3600 ÷ 1000 GB pro Stunde (RAW) = Pixel × Byte je Pixel × fps × 3600 ÷ 10^9 Sichern pro Tag (min) = GB pro Tag × 1000 ÷ MB/s ÷ 60 × (2 mit Prüfsumme)

    Wo das Werkzeug irrt

    • Die Materialmenge ist eine Schätzung. Sie schwankt stärker als jede Codec-Wahl: Eine Dialogszene, aus drei Größen in langen Takes aufgelöst, erzeugt doppelt so viel Material wie dieselbe Szene in kurzen Stücken. Regie oder Kamera fragen, wie aufgelöst wird, und das Drehverhältnis eines früheren Projekts ansehen.
    • RAW schwankt mit dem Bild. ARRIRAW ist unkomprimiert und konstant; REDCODE, X-OCN, BRAW und ProRes RAW sind komprimiert und liegen bei ruhigen Bildern etwas unter dem Nennwert, bei Korn, Laub oder Rauschen nah dran. Wir planen mit dem Nennwert, weil die Karte den aufwendigsten Take überstehen muss.
    • Crop- und Proxy-Modi. Ein 16:9- oder Anamorphot-Modus zeichnet weniger Pixel auf als der volle Sensor. Schreibt die Kamera zusätzlich Proxys auf eine zweite Karte, stecken die nicht in den Zahlen — als eigene Zeile in einem kleinen Codec wie ProRes Proxy ergänzen.
    • Offload-Raten sind Erfahrungswerte. Kartenleser, Kabel, ein parallel laufendes Transcoding oder eine fast volle HDD können die Rate halbieren. Die eigene Station einmal mit einer vollen Karte messen und das langsamere Ziel eintragen.

    Aus dem Drehplan

    Zwei ARRI Alexa 35 in 4.6K Open Gate ARRIRAW bei 25 fps, jede dreht etwa drei Stunden am Tag, vier Drehtage. Das sind 2,13 TB je Kamerastunde — ein 2-TB-Codex-Laufwerk ist nach 56 Minuten voll — und 12,8 TB am Tag, 51 TB für den Dreh, 154 TB mit drei Kopien: acht 8-TB-Platten je Kopie. Mit NVMe-SSDs über USB bei 850 MB/s und Prüfsumme dauert das Sichern 8 h 22 min am Tag: Der DIT säße beim Frühstück noch am Offload.

    Drei Hebel lösen das. Ein Thunderbolt-RAID mit rund 1.400 MB/s drückt die Zeit auf 5 h 5 min; wird jede volle Karte schon tagsüber gesichert, bleiben nach Drehschluss 19 Minuten. Szenen, die den vollen Sensor nicht brauchen, in 4K 16:9 zu drehen, spart ein Drittel (1,38 TB je Kamerastunde). Beide Entscheidungen gehören in die Vorbereitung, zusammen mit dem Plattenbudget — nicht an Drehtag zwei, wenn der zweite Satz Shuttles schon im Einsatz ist.

    Datenraten nach Codec

    GB pro Stunde, Aufnahmezeit je Karte und die Kameras, die sie nutzen — für 11 gängige Aufnahmeformate.

    Häufige Fragen

    Wie viele Kopien vom Material sollten wir haben?

    Üblich sind mindestens zwei Kopien auf getrennten Laufwerken, bevor eine Karte formatiert wird, und eine davon verlässt das Set; drei Kopien, eine davon in einem anderen Gebäude (oder auf LTO), sind bei bezahlten Produktionen der sicherere Standard. Jede Kopie vervielfacht das Plattenbudget, nicht die Offload-Zeit, solange parallel geschrieben wird.

    Wie viele Karten braucht jede Kamera?

    Mindestens drei, wenn der DIT tagsüber sichert: eine in der Kamera, eine im Leser, eine in Reserve. Ohne DIT am Set müssen die Karten für den ganzen Tag reichen — das Werkzeug zeigt, wie viele Karten eine Kamera am Tag füllt.

    Warum dauert der Offload länger, als die Platte schnell ist?

    Datenblätter nennen Spitzenraten. Mehrere Terabyte zu kopieren heißt dauerhaft schreiben, oft auf mehrere Laufwerke gleichzeitig, dazu ein Prüflauf, der alles noch einmal liest. Festplatten werden außerdem langsamer, je voller sie sind.

    Braucht Ton viel Platz?

    Verglichen mit dem Bild sehr wenig: acht Spuren mit 24 bit/48 kHz sind etwa 4,1 GB je Aufnahmestunde. Der Reiter Ton zeigt den Anteil neben deinem Bildplan.

    Sind Schnitt-Proxys und Transcodes eingerechnet?

    Nein. Wandelt die Post für den Schnitt in ProRes oder DNxHR um, diese Menge als eigene Zeile ergänzen — in UHD 25p sind ProRes 422 HQ 332 GB je Stunde Material.