Formate & Deliverables
Ein Dreh, alle Formate: Was bleibt nach dem Beschnitt?
Ein Standbild aus deiner Kamera reinziehen, die Formate einschalten, die du dem Kunden schuldest, und sehen, was jeder Beschnitt behält, wo die Plattform-Buttons liegen — und wie viele Dateien die Kampagne wirklich sind.
Zeitannahmen (Minuten)
| Format | Genutzte Pixel | Verworfen | Versatz | Master |
|---|
- Dateien
- —
- Eigene Schnitte
- —
- Post-Aufwand
- —
- Schnitttage (8 h)
- —
Dateien je Plattform und Länge: Sprachfassungen + Untertitel + textlos.
Dateinamen
Läuft in deinem Browser. Keine Eingabe verlässt dein Gerät.
Was das Werkzeug beantwortet
Eine Kampagne, einmal in 16:9 gedreht, geht heute meist als 9:16 für Reels und TikTok raus, als 4:5 für den Instagram-Feed, als 1:1 für LinkedIn und vielleicht noch als 2,39-Fassung fürs Kino. Jede davon ist ein anderer Ausschnitt desselben Bildes, und jede Plattform legt ihre eigenen Buttons und Bildunterschriften darüber. Der Reiter Framing zeigt alle Ausschnitte auf deinem echten Bild, lässt jeden dorthin schieben, wo das Motiv ist, und sagt, ob die übrigen Pixel den Liefer-Master noch füllen.
Der Reiter Deliverables macht aus Plattformen, Längen und Sprachfassungen die Liste, die die Postproduktion abarbeiten muss — mit Dateinamen, Anzahl und einer Zeitschätzung, die ihre Annahmen zeigt statt sie zu verstecken.
So rechnen wir
Jeder Ausschnitt ist das größte Rechteck im Zielformat, das in die Quelle passt. Ist das Ziel schmaler als die Quelle, nutzt der Ausschnitt die volle Höhe, sonst die volle Breite. Bei anamorphen Formaten wird die Quelle zuerst entzerrt (ein 3072 × 2560-Sensor mit 2×-Optik wird zu einem 6144 × 2560-Bild); die Tabelle zeigt die tatsächlich genutzten Sensorpixel.
Ohne Hochskalieren geht es, wenn der Ausschnitt in beiden Richtungen mindestens so groß ist wie der Master. Der Master ist über seine lange Kante festgelegt: 1920 px für HD, 3840 px für UHD — 9:16 heißt also 1080 × 1920 bzw. 2160 × 3840. Die roten Bänder im Hochformat markieren die Oberfläche: Meta zeigt für Reels 14 % oben, 35 % unten und 6 % an den Seiten als Safe Zone; TikTok und YouTube veröffentlichen keine Pixelwerte, diese Masken sind aus deren Vorlagen abgemessen und gerundet.
schmaleres Ziel: Ausschnitt = (H × Verhältnis) × H breiteres Ziel: Ausschnitt = B × (B ÷ Verhältnis) verworfen = 1 − Fläche Ausschnitt ÷ Fläche Quelle Hochskalierung = max(Master-Breite ÷ Ausschnitt-Breite, Master-Höhe ÷ Ausschnitt-Höhe)
Wo das Werkzeug irrt
- Oberflächen ändern sich. Plattformen verschieben Buttons, verlängern Bildunterschriften und testen Layouts je Land. Die Masken sind eine Näherung mit Stand Oktober 2026; bei bezahlten Anzeigen vor der Endabgabe die Vorschau der Plattform prüfen.
- Hochskalieren ist keine Kante. 1,1× aus einer guten Kamera sieht man selten, 1,8× aus einer weichen Full-HD-Datei schon. Das Werkzeug nennt den Faktor, nicht, ob es dem Publikum auffällt.
- Framelinien-PNGs sind keine Kameradateien. Das PNG funktioniert als Bild-Overlay auf Monitoren, die das können, und in jedem Schnittprogramm. ARRI, RED, Sony und Blackmagic nutzen eigene Framelinien-Formate — die Pixelwerte aus der Tabelle dann im Werkzeug des Herstellers eintragen.
- Zeitschätzungen sind Mittelwerte. Ein 6-Sekünder aus einem starken 30-Sekunden-Spot kann zehn Minuten dauern oder einen halben Tag. Unter „Zeitannahmen“ die Minuten durch eigene Erfahrungswerte ersetzen, sobald es welche gibt.
Vom Set
Ein Produktfilm in UHD, die Moderatorin im rechten Drittel des 16:9-Bildes — ihre Augen liegen bei x = 2560. Der mittige 9:16-Ausschnitt reicht von x = 1313 bis x = 2528 und verfehlt ihr Gesicht um 32 Pixel. Schiebt man den 9:16-Rahmen, bis sie mittig steht, liegt der Versatz bei x = 1953: Der Ausschnitt funktioniert, aber das Produkt im linken Drittel fehlt in der Hochkant-Fassung. Das ist eine Entscheidung fürs Set, nicht für den Schnitt — entweder ein eigenes Setup für Hochkant oder eine weitere Kadrierung mit beiden Elementen näher an der Mitte.
Die zweite Überraschung ist die Auslieferung. Vier Plattformen (YouTube, Reels, Instagram-Feed, TikTok), drei Längen (6, 15, 30 s), deutscher und englischer Ton, englische Untertitel eingebrannt und eine textlose Fassung je Schnitt: Das sind 48 Dateien aus neun eigenen Schnitten. Mit den Standardannahmen kommen rund 35 Stunden Post zusammen — viereinhalb Schnitttage, die ins Angebot gehören.
Häufige Fragen
Welche Auflösung bleibt für 9:16 aus einer UHD-Kamera?
1215 × 2160 Pixel bei voller Höhe — 68 % weniger Bild als das 16:9-Format, aber immer noch mehr als die 1080 × 1920, die Reels, TikTok und Shorts ausspielen.
Ist 4:5 oder 9:16 besser für den Instagram-Feed?
Im Feed zeigt Instagram Beiträge bis höchstens 4:5 (1080 × 1350); höhere Videos werden dort darauf beschnitten. 9:16 für Reels und Stories, 4:5 für Feed-Beiträge — zwei Ausschnitte, also beide schon beim Kadrieren mitdenken.
Kann ich 4:3 oder Open Gate drehen und später entscheiden?
Ja, dafür ist Open Gate da. Aus einer 4:3-Aufnahme mit 2880 × 2160 bleiben für 9:16 1215 × 2160 und für 16:9 2880 × 1620 — genug für HD-Master in beiden Formaten, aber nicht für einen UHD-16:9-Master ohne Hochskalieren.
Werden meine Bilder hochgeladen?
Nein. Das Standbild wird in deinem Browser gelesen und auf eine Fläche gezeichnet; es verlässt dein Gerät nie. Mit dem Schließen des Tabs ist es weg.
Warum ist die Zahl der Dateien so hoch?
Weil jede Kombination eine eigene Datei ist: Plattform × Länge × Sprache, dazu untertitelte und textlose Fassungen. Plattformen mit gleichem Format und gleicher Länge teilen sich einen Schnitt — deshalb ist die Zahl der Schnitte viel kleiner als die der Dateien.